Etikette, Teil II – Umgang mit Menschen

Die Kunst der Menschenbehandlung.

Sie erinnern sich an Frau Dr. Oheim? Nein? Die Kunst des Verdrängens ist Ihnen gegeben? Sie möchten sich nicht erinnern, gehen Sie in sich. Etikette zu leben bedeutete ja schließlich auch, Etikette vorzuleben. Bestünde nicht immerhin die geringfügige Wahrscheinlichkeit, dass man selbst, aber auch nur eventuell, irgendwie, zumindest ein klein wenig, Vorbildfunktion hat. Ja, wir haben uns hin und wieder an die eigenen Nasen zu fassen und darüber zu befinden, ob es tatsächlich immer nur „die anderen“ sind, die unangenehm auffallen mit ungebührlichem Verhalten. Lassen Sie uns zunächst nachschlagen, was Vorbild überhaupt bedeutet: „Vorbild, ein Modell, mit dem man sich identifizieren kann.“

Also bitte, identifizieren Sie sich mit denselben Cretins, die

bereits auf dem Parkplatz am Golfplatz auf sich aufmerksam machen, da sie offensichtlich nicht in der Lage sind, mit ihrem Auto mit einem Parkplatz auszukommen?

kaum am Abschlag angekommen, so tun, als seien sie die Könige der Brüllaffen?

Fairways zerhacken und die unschuldigen Divots auf dem Fairway verbluten lassen?

sich auf der Runde niemals umdrehen, da es das eigene Vorstellungsvermögen nicht zulässt, dass möglicherweise ein Flight etwas schneller unterwegs sein könnte?

to be continued…

Natürlich nicht! Niemand identifiziert sich mit diesem Personenkreis, aber wir alle erleben sie auf fast jeder Runde. Frau Dr. Oheim listet einige Charaktere wie Choleriker, Phlegmatiker, Schüchterne, den Protz, Eigensinnige, Heuchler und Intriganten, Spötter, unhöfliche Menschen und viele mehr. „(…) Da mag es manchmal Situationen geben, wo Takt und äußere Formen für den Umgang mit Menschen nicht genügen. Denn neben den feststehenden gesellschaftlichen Sitten hat man auch noch andere Grundsätze zu beachten, wenn man gut mit den Menschen auskommen will. Sie zählen sozusagen zur „Diplomatie des guten Tons“, betreffen also das kluge Eingehen auf die jedem Menschen von der Natur gegebenen oder anerzogenen Eigenschaften (…).“

Klingt anstrengend, nicht wahr? Ich denke, das ist es wohl auch. Der Umgang der Menschen miteinander ist es schließlich auch. Das kluge Eingehen auf Menschen, die ja so sind, wie sie sind, weil die Natur und Erziehung es für jeden Menschen entschieden hat. Man selbst scheint Gott sei dank wenig mit einem selbst zu tun zu haben! Und vor Gott sind ja sowieso alle Menschen gleich. Aber vor dem DGV?

Wenn ich nämlich zum wiederholten Male lese (ich brauche hin und wieder etwas länger zum Verstehen), dass ab 2009 wir Golfspieler, und wir sind schließlich auch nur Menschen (auch, wenn manch’ einer da anderer Meinung sein soll), nun zukünftig ein Branding auf ihrer Clubkarte erhalten sollen, weiß ich immer noch nicht, was ich davon halten soll. Insbesondere auch dann, wenn nicht jeder Club freiwillig bei dieser Aktion mitmacht. Wozu das Ganze? – „(…) ihre Greenfeepolitik differenzierter gestalten zu können (…)“.

Na prima! Es geht nur um Greenfeepolitik! Dann ist ja doch alles gut!

Und ich befürchtete schon, solche Maßnahmen würden höchstens Ausgrenzungen, Diskriminierungen und derlei unterstützen und den Umgang der Menschen untereinander komplizierter gestalten…


Es wundert sich noch ein letztes Mal im alten Jahr,

Frau Oelmann.

www.cybergolf.de

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