Wie findet man einen guten Golflehrer?

Vom einem Golflehrer erwartet man als Kunde heutzutage quasi alles: Er soll machen, dass der Ball nur so fliegt. Er soll nach Möglichkeit dafür sorgen, dass man sich einmal im Leben fühlt wie Tiger Woods. Er soll erklären, wie das funktioniert. Er soll es Kunden beibringen können, die visuelle, auditive, kommunikative oder motorische Lerntypen sind. Er muss jeden Kunden dahin gehend analysieren können. Er muss didaktische Fähigkeiten haben. Er soll natürlich auch gut aussehen (!!), nett und höflich sein. Das wünschen sich zumindest die meisten Golferinnen. Die PGA will, dass er selbst ein guter Golfer, ein Single-Handicapper ist. Eine 3-jährige Ausbildung soll den Grundstein legen für den guten Golflehrer, der er zu werden gedenkt, usw. usw.

Jedoch gibt es den einen universellen Typ Golflehrer nicht. Fast jeder Golfer, den ich kennen gelernt habe, hat in seiner Laufbahn mehr als einen Golflehrer konsultiert. Einige viele können die Anzahl an zwei Händen nicht abzählen. Ich dachte darüber nach, warum man Golflehrer häufig wechselt, was mich auf die Frage brachte, wie man „seinen“ guten Golflehrer überhaupt findet.

Ich habe mich in letzter Zeit daher verstärkt auf die Suche nach Antworten gemacht, denn für mein OVZT benötige ich einen wirklich guten Golflehrer. Immer wieder stellte ich Fragen, insbesondere jenen alten (Golf-)Hasen, die mir über den Golfweg liefen und von denen ich annehmen konnte, dass sie schon fast alles in ihrem Golferleben erlebt haben. Ich hatte mir irgendwann 4 Fragen notiert, die sich aus vielen Diskussionen immer wieder ergaben.

Wie findet man einen guten Golflehrer?

Alle Hinweise, die ich bekam, führten in diese oder jene Golfschule, weil da „der Eine“ sein soll. Da aber keine mehrheitliche Meinung zu einer einzigen Golfschule mit ein und demselben Pro führte, war ich nach wie vor verunsichert.

Ich versuchte es eines Tages im Branchenbuch. Eventuell würden sich hier die besten empfehlen. Alle würde ich anrufen und meine Fragen stellen. Ich gab ein: „Golflehrer“. 102 Einträge (doch so viele?!) für die gesamte Republik haben mich überrascht. Aber ich stellte schnell fest, dass es insgesamt nur 23 Einträge von Golflehrern gab. Alle anderen Einträge waren Golfclubs. Aha, Lehrer oder Club scheint für Branchenbezogene ein und dasselbe zu sein.

Angerufen habe ich aber dann doch keinen dieser Golflehrer, weil mir noch Antworten zu meinen nächsten Fragen fehlen:

Wie identifiziert man ihn? – Über welche Antworten zu welchen Fragen identifizieren wir ihn?

Ich persönlich halte diese für Schlüsselfragen, die bis heute gänzlich unbeantwortet blieben. Inzwischen denke ich, dass diese Fragen nur ein Produkt meiner Naivität sind.

Und wie erkennen wir den wahren Wert seiner Leistung?

Diese Frage war eine der begehrtesten, da man einigermaßen einhellig die Ansicht vertrat, dass es über das HCP- System eine Messbarkeit der Qualität eines Golflehrers gäbe. Ich stelle das in Frage, so wie ich es von Anfang an getan habe. Natürlich ist ein Golflehrer in der Regel maßgeblich an einer HCP- Verbesserung beteiligt. Aber was, wenn ein Schüler über Monate hinweg eine permanente HCP- Verschlechterung erspielt? Ist der Golflehrer an dieser Entwicklung dann ebenfalls beteiligt? Oder ein anderer Fall: Wie ist zu erklären, wenn eine sprunghafte HCP- Verbesserung auch ohne eine einzige Golfstunde eintritt?

Die Winterpause steht an und somit beginnt demnächst meine Vorbereitung auf die kommende Saison. Und „mein“ guter Golflehrer gehört sicherlich auch dazu. Sofern ich ihn finde! Eingedenk der Tatsache, dass manch ein Golflehrer pro Minute 1 Euro kassiert, habe ich das dringende Bedürfnis, Antworten auf meine Fragen zu finden.

Übrigens…wenn der DGV vermeintlich Anstrengungen unternimmt, den Golfsport in der Breite zu etablieren, gehören für mich nicht nur die Greenfee-Preise, sondern auch die Preise einer Golfstunde ins Diskussionsforum. Und würde es außerdem eine qualitative Messbarkeit für Golflehrer geben, welche transparent für potentielle Kunden gemacht würde, hätte das u. a. den Charme, dass eine Abzocke von eben jenen auffliegen würde, die lieber „Wine, Women & Song“ der guten Arbeit vorziehen. Bei überteuerten Reise- oder Golfschlägerangeboten durch Golfpros haben die Kunden es Gottlob noch selbst in der Hand, durch einfache Preisvergleiche und einer Vielzahl an Kundenbewertungen schlimmeres zu verhindern…

Die Suche nach Antworten scheint aus meiner Sicht inzwischen ähnlich geheimnisvoll wie die Suche nach dem perfekten Golfschwung. Sind hier möglicherweise Zusammenhänge zu suchen? Alles was blieb, sind noch mehr Fragen.

Ich möchte abschließend darauf hinweisen, dass es mir absolut fern liegt, eine ganze Zunft in Frage zu stellen. Falls bei jemandem der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich Golflehrer grundsätzlich in Frage stelle, weil ich auf das ein oder andere Schwarze Schaf angespielt habe, so weise ich das hiermit entschieden zurück! Ohne Golflehrer wäre ich vermutlich noch heute im „Gulag der Driving Range“ gefangen. Es gibt gute Golflehrer, das steht außer Frage! Die Frage ist nur, wie man „seinen“ findet…

Professionelle Grüße,

Frau Oelmann.

www.cybergolf.de

13 Kommentare

  1. Frau Oelmann said,

    3. April 2011 um 07:13

    Lieber Herr Klooß,
    die Golflehrer-Suche ist tatsächlich nicht einfach und für Linkshänder nochmal so schwierig. Ich habe diese Diskussion seinerzeit auch im Golfhaus-Forum angeregt.
    Der Anteil der Linkshänder-Amateure ist so klein, wie klein ist da erst der Anteil der Linkshänder-Golfpros? Aus diesem kleinen Fundus der LH-Pros dann noch den richtigen für sich zu finden, scheint beinah ein hoffnungsloses Unterfangen.

    Es war daher unbeschreibliches Glück, dass mir ein Zufall den Weg zum (für mich) richtigen Golflehrer gewiesen hat. Perry Somers ist zwar Rechtshänder, aber er denkt nicht rechts oder links herum! Für ihn spielt es keine Rolle, da er sich in die Lage des jeweiligen Spielers versetzen kann. Sein großer Erfahrungsschatz in Bezug auf unterschiedlichste Lehrmethoden und sein ebenso großes Herz für den Golfsport sorgen dafür, dass ich dieses Jahr sogar bis Pulheim fahre.

    Viel Glück bei der weiteren Suche wünscht Ihnen
    Frau Oelmann

  2. Peter Klooß said,

    2. April 2011 um 19:03

    Liebe Golffreunde,

    Ich verfolge diese Diskussion mit Interesse, ich bin Linkshänder und hatte den dritten Pro, alle leider reine Rechtshänder. Die Sprüche, „ach ja bei Ihnen ist das ja anders rum“ kann ich nicht mehr hören.
    Sollte also jemand einen Pro wissen der tatsächlich auch Linkshand kann wäre ich sehr froh.

    Mit schönen Grüßen

    Peter Klooß

  3. Frau Oelmann said,

    13. Februar 2011 um 14:28

    Servus Karl,
    vielen Dank für Ihren Hinweis auf einen sehr guten Golflehrer, da sie wirklich nur sehr schwer zu finden sind!

    Herzliche Grüße & eine neue Saison voller Spass wünscht Ihnen
    Frau Oelmann

  4. Karl said,

    13. Februar 2011 um 13:56

    Beste Golfleherer in DE finden Sie auf der Golfanlage Zollmühle, in der Nähe von Weißenburg (fränkisches Seenland), findest Du einen britischen Spitzenpros: Charles Mickle. Ich kann ihn nur empfehlen, danach macht Golf wieder Spaß.
    http://www.golfanlage-zollmuehle.de

    By the way…………………. Der EPD Tour Spieler Felix Eibl siegte vor kurzem auf der EPD Tour in Augsburg. Trotz Regen siegte er für Deutschland mit -11 Schlägen. Felix Eibl ist nicht der einzigste spitzen Spieler der bei Charles hilfe sucht..
    Ich sag nur: „Wenn ihr euer Spiel verbessern wollt, dann fahrt nach Zollmühle und lasst euch eine Stunde geben !!!!!!!!“

    Karl

  5. r said,

    27. November 2009 um 15:33

    Conan Elliott, camas meadows golf club, WA kann rechts wie links.

  6. Gerhard Fink said,

    27. November 2009 um 15:07

    Natürlich muß ein Golflehrer nicht nur die “ normalen“ Rechtshänder unterrichten, natürlich auch die Linkshänder. Meist wird man aber als Linkshänder doch überredet,“ normal“ zu lernen und zu spielen. Mir geht es nach rel. vielen Golfjahren aber immer noch „gegen den Strich“. Die Links-händer, die früher in der Schule rechts schreiben lernen mußten brachten ja deshalb auch selten eine sogenannte “ ordentliche “ Schrift zuwege. Ich suche seit langem nach einem Golflehrer,der geborener Linkshänder ist. Vielleicht kennt ein Leser dieses Briefes eine solche Trainerpersönlichkeit, Danke.

  7. GPL said,

    20. November 2009 um 19:43

    Liebe Frau Oelmann
    Wie wäre es wenn Sie eine Seite einrichten würden, nach dem Motto: Vote your Pro. Dann würden bestimmt 1000 de ihre Meinung abgeben. Ähnlich wie bei der Hotel Bewertung. Daraus würde sich dann ein Bild der guten und schlechten Pros ergeben.
    Habe übrigens gehört, dass sich diese Hotelbewertungsseiten von einigen Hotels sponsern lassen, damit diese dann eine bessere Bewertung bekommen. Mit diesen Sponsor Geldern könnte man ja dann zu den echten Kreks reisen, die für unsere paar Taler sonst nicht zu kriegen wären. ;-)))

  8. Joanna Salm said,

    20. November 2009 um 17:02

    Liebe Frau Oelmann,

    vielen Dank für Ihre Golflehrer-Gedankenflut. Die Erwartungen an den Golflehrer sind immer groß. Es ist schon durchaus mit der Partnerwahl vergleichbar, bis man den „richtigen“ Golflehrer für sich findet. Ich bin immer noch auf der Suche…

  9. Frau Oelmann said,

    19. November 2009 um 18:21

    Liebe Golffreunde,
    vielen Dank für Eure vielen Ratschläge, Tipps, Warnungen (ist Herr Heuler Damen gegenüber ebenfalls sehr direkt und unverblümt?), Beobachtungen, Erfahrungen, Romantik (es wäre in der Tat schön und mal etwas anderes, von einem Golflehrer gefunden zu werden!) und vieles mehr.

    Und wie es scheint, löst das Thema Golflehrer-Suche nicht nur bei mir zuweilen eine Gedankenflut aus. Ich werde das mal im Golfhaus-Forum thematisieren…

    Liebe Grüße
    Frau Oelmann

  10. 18. November 2009 um 11:34

    Liebe Sabine,

    wäre es nicht schön von einem (einer) Golflehrer/In gefunden zu werden, anstatt ihn (sie) durch „Versuch & Irrtum“ Methode zu suchen.
    Wie schon in den Kommentaren völlig zu Recht erwähnt wurde, ist es die Hauptaufgabe des Golflehrers dem Schüler nicht nur die Grundtechnik (die ist ja seit Jahrzehnten bekannt) didaktisch auf dem neuesten Stand zu vermitteln, aber seine eigentliche Aufgabe ist es das Spiel an sich und die darin enthaltene Freude enthusiastisch an den (die) Schüler/In weiterzugeben. Ihn (sie) auf den Weg zu bringen. Und das muss nicht immer mit Handicapverbesserung einhergehen, oder? Die ist meistens ein gerne erlebtes Nebenprodukt von diszipliniertem, von Neugierde angetriebenen Training und Spiel.
    Leider „verkommen“ die Golflehrer(Innen) zunehmend zu reinen Vollschwung-Therapeuten und wie Eugen schon treffend erwähnte, zu Handlagern der Betreibergesellschaften, die die aktuelle Golfwelt im dt.-sprachigen Raum über die völlig sinnlosen PE/TE Kurse vom eigentlichen „Zweck“ des Golfspiels abbringen.
    Den Ball zielgerichtet mit so wenigen Schlägen als möglich ins Loch zu befördern.
    Denn das wollen wir doch alle- und zwar immer öfter.
    Viel Glück bei der Suche und auf dem Weg auf dem du ja schon bist wünscht

    Nick

  11. debo80 said,

    18. November 2009 um 09:21

    Liebe Sabine,ich glaube die Suche nach dem „richtigen“ Golflehrer ist wie die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau.

    Du selbst erläuterst es ja: Er muss es allen Kunden-Lerntypen beibringen können (visuelle, auditive, kommunikative oder motorisch) Er muss didaktische Fähigkeiten haben, gut aussehen, nett und höflich sein. Er soll auch noch einen einigermaßen geraden Ball spielen und einen halbwegs neutralen Schwung haben, um „glaubwürdig“ zu sein, wie Eugen es beschreibt und er muss das Spiel „verstanden haben“. Und das ist noch längst nicht alles…

    Einen Golflehrer zu finden, der alle diese Eigenschaften in einer Person vereint ist quasi unmöglich. Entscheidend ist, dass für dich persönlich das „Gesamtpaket“ stimmig ist. DU musst dich bei dem Golflehrer einfach nur gut aufgehoben fühlen.

    Ich möchte dich auf die Zufriedenheit und Überzeugung aufmerksam machen, die bei Eugen in seinen letzten Sätzen mitschwingt. „Große Kompetenz, großes Herz, große Liebe zum Spiel und great humor…“.

    Das Wichtigste ist letztenendes, dass dein Golflehrer es schafft, dich mit seiner Leidenschaft für den Sport begeistern, das er es schafft dich zu motivieren und das er dich unterstützt besser Golf zu spielen.

    Die Suche bzw. die Auswahl wird dir jetzt hoffentlich leichter fallen.

    Viele Grüße Dennis

    P.S. Apropos Herrn Heuler. Ich habe auf Golfen-MV seine Geheimnisse des Golfs in 3 kurzen Videos nochmal zusammengefasst. Viel Spaß.

  12. Martin Welz said,

    17. November 2009 um 14:28

    Werte Frau Oelmann,

    viele Golfer nutzen die Dienstleistung des im Heimatclub ansässigen Pros. Für einen große Masse ist dies oft wohl auch ausreichend, bzw. wäre es ratsam, doch noch 2 Stunden (bei vielen die einzigen) pro Saison mehr zu nehmen. Die Golfer, die etwas mehr möchten, verlassen oft Ihre Heimatclubgolflehrer und besuchen die „Gurus“.
    Der von Herrn Pletsch interviewte Herr Heuler soll auch „so einer“ sein. Im Netz ist viel über Herrn Heuler und seine Golfschule zu lesen – mir aber viel es immer schwer dies alles zu glauben und ich hatte somit vor, diese Saison die „Investition“ zu tätigen und Herrn Heuler im GC Fleesensee zu besuchen.
    Dazu kam es bisher nicht, da unser Club diese Saison einen „Abkömmling“ des Herrn Heuler anstellte, der mit meinem Schwung und dem daraus resultierenden Ballflug fast schon Wunder bewirkte. Es hat mich schlichtweg zu 100% überzeugt, mein Spiel wurde nachhaltig verbessert. Aus dieser Erfahrung heraus kann ich Herrn Georgis (So heißt unser Golfpro aus „Heulers Schmiede“) Unterrichtsmethodik (Ballflugorientierter Unterricht) sowie dessen Didaktik empfehlen. Ich vermute sogar, dass fast ein jeder der durch Herrn Heuler ausgebildeten Golfpros in der Lage ist, solche „Wunder“ zu vollbringen. Dennoch ist es gut, eine Probestunde bei seinem (vielleicht neuen) Golflehrer zu Buchen. Gewährt dieser dann noch eine Geld zurück Garantie, gibt es (bis auf vergeudetet Zeit) kein Risiko. Vielleicht hat ja auch einer von Heulers Ex-Azubis sein Lager in Ihrer Nähe aufgeschlagen. Wenn nicht, können Sie bei Ihrem sommerlichen Besuch in MV gerne bei Herrn Heuler persönlich einen Termin vereinbaren. Doch Vorsicht, im aktuellen Buch von Herrn Pletsch las ich, das Heuler die unverblümte, oft schmerzliche Wahrheit auch genau so ausspricht…

  13. 17. November 2009 um 09:47

    Liebe Sabine,

    danke für Deine interessanten Gedanken, hier sind meine:

    Ich halte besonders jene Golflehrer, die selbst innerlich noch über ihre Technik nachdenken und ihre Schüler ständig mit Anweisungen verwirren, für eine Katastrophe.
    Ein Golflehrer muss nicht Scratch spielen können, weil er kaum zum Trainieren kommt, da ist er ein Mensch wie jeder andere. Aber schön wäre es schon, wenn er selbst „das Spiel“ verstanden hätte, was offensichtlich nicht immer der Fall ist.

    Aus meiner Sicht sollte ein Golflehrer seinen Schülern die Grundlagen Stand-Griff-Ausrichtung-Schwung so verinnerlichen, dass diese sich zügig mit ihren Bällen, möglichst auf dem kürzesten Weg vom Abschlag zum Grün bewegen, um mit möglichst wenigen Schlägen einzulochen – und dabei Spaß haben. Das ist Sinn und Zweck des Spiels. Wenn Golflehrer dieses „Spiel“ bei ihren Schülern etwas mehr ins Bewusstsein brächten, dann würden diese den Schläger durch den Ball Richtung Ziel schwingen und nicht im Schwung darüber nachdenken, dass Profis den Ball angeblich „schlagen“.

    Amateure sind keine Profis und Zacharias fataler Ausdruck „schlagen“ hat dazu geführt, dass wir auf Deutschlands Golfplätzen jetzt alle noch 15 Minuten mehr wegen Ballsuche einkalkulieren müssen (Wenn man sich die neue DVD-Produktion aus Thomas Zacharias Hobbystudio anschaut, sieht man jedoch, dass er kein „hemmungsloses auf den Ball prügeln“ empfiehlt, sondern sehr wohl ein ruhiges, rhythmisches durch-den-Ball-schlagen – was andere und ich Schwingen nennen).

    Meine Beobachtungen lassen mich leider auch vermuten, dass der A-Trainerschein in manchen Fällen als Gratifikation, sozusagen als Umsatzbonus, an jene vergeben wird, denen es gelingt, genügend unbedarften Anfängern Kontingente an sonst unverkäuflicher Ware anzudrehen.

    Bei „Platzreifeprüfungen“ und dem ganzen Mist habe ich beobachtet, dass es oft der Golflehrer ist, der seine Schüler mit technischen Anweisungen auf dem Platz so verwirrt, dass sie niemals zu irgendeinem „Spiel“ finden können. Diese „Platzreifeprüfung“ ist zu einem magischen Popanz aufgebaut worden, mit dem sich herrlich Geld verdienen lässt. Die erlangte Platzreife wiegt Golfanfänger in der Illusion, sie könnten jetzt Golf spielen, hat aber nicht dazu geführt, dass sich die Leute flott über den Platz bewegen, geschweige denn, dass sie vermehrt ihre Pitchmarken ausbessern, die Bunker harken, durchspielen lassen und ansonsten „zielorientiert“ spielen, wie ich das nenne.

    Ich unterscheide zwischen Golflehrern, die ihren Schülern helfen, gute Golfer zu werden, und Golflehrern, die glauben, dass sie mehr davon profitieren, wenn sich ihre Schüler nicht so schnell entwickeln.
    Die Ersteren erreichen eine überregionale Reputation, die sie von Managerallüren und/oder den Launen der Betreibergesellschaft, die meist nach Gutsherrenart regiert, weitgehend unabhängig macht. Die zweite Gruppe ist leider die weitaus größere, wie das Durchschnittshandicap und andere Benchmarks in diesem Land beweisen.

    Ich habe keinen Golflehrer, sondern eine Golflehrerin: Barbara Helbig, mit der ich sehr zufrieden bin, da sie mit den klassischen Tugenden gesegnet ist: Große Kompetenz, großes Herz, große Liebe zum Spiel und great humor…

    Liebe Grüße

    Eugen

    PS: Ich habe mal ein Interview mit Oliver Heuler gemacht, in dem er sich auch zum Thema Golflehrer äußert. http://www.cybergolf.de/themen/index.php?s=heuler


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