Was stört Ihr Golfspiel?

Die Winterzeit ist nicht die meine. Ich bin regelmäßig unausgeschlafen, gereizt und melancholisch. Der Platz ist „bis auf Weiteres“ gesperrt und eimerweise Bälle kloppen von einer dödeligen Kunststoffmatte will mir einfach keine Freude bereiten. Mein geliebter Gerstensaft scheint in dieser eklig nasskalten Jahreszeit seinen Geschmack derart zu verändern, dass ich an manchen Tagen noch nicht einmal mehr Durst habe. Immer warte ich nur darauf, dass der nächste Frühling kommt und das Gras von ganz alleine wieder anfängt zu wachsen…

Aber in meiner Melancholie fange ich manchmal auch an zu sinnieren („Spinnen! Du fängst wieder an zu spinnen!“ höre ich manche sagen). Heute z. B. habe ich lange darüber nachgedacht, was mein Golfspiel stört. Basierend auf der Dualität allen Seins unterscheide ich hierbei einerseits die eigenen Unzulänglichkeiten – also jede Störung, die aus mir selbst heraus erwächst – und zum anderen die Störungen von außerhalb, welchen ich temporär Einlass in mein Inneres gewähre.

Sich mit sich selbst zu beschäftigen, zu ergründen, was „bei mir drinnen los ist“, ist für mich persönlich eine große Herausforderung. Also machte ich es mir zunächst etwas einfacher und überlegte, welche Sperrfeuer von außen mein Golfspiel attackieren. Als da wären z. B. die gröbsten Beeinträchtigungen durch Flightpartner, speziell in Turnieren, die mit Niedertracht, Betrug und Eitelkeiten gesegnet sind. Da wird bei den schönsten Schwüngen und tollsten Balllagen damit kokettiert, dass man unbedingt noch „etwas an der Hüfte arbeiten müsste, um mehr Präzision zu erzielen!“. Da wird schon ab der 2. derart offensichtlich  gelogen und betrogen, dass es den Betrügern selbst den Schläger verreißt und sie fortan nichts mehr treffen (und es dann auch noch auf die „schwierigen Platzverhältnisse“ schieben). Bälle, die so was von im Aus sind, lässt man durch den Zähler (wie in meinem Fall geschehen) „lieber noch mal nachgucken!“. Es ist furchtbar und bringt mein eigenes Spiel zuweilen arg ins Wanken. Jeder, der mit mir jemals eine Runde gespielt weiß, dass ich gar nicht anders kann, als ehrlich zu zählen, denn ich bin ehrlich. Ja, leider! Ich bin genau das, was einen – auch im wahren Leben – überhaupt nicht weiter bringt, wenn man es zu etwas bringen will, wie mein Lehrmeister immer zu sagen pflegte.

Die Frage lautet deshalb: Wie kann ich zukünftig verhindern, dass derlei Ungemach mein schönes Spiel ins Wanken bringt? Ich las kürzlich das Buch von Michael Murphy – Golf und Psyche. Vom Wert negativer Gedanken. Da heißt es: „Gedanken, die sich nicht beiseite schieben lassen, müssen verstanden werden, denn sonst bleiben sie eine Belastung für das Spiel und die persönliche Disposition.“

Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber was, wenn ich meine eigenen Gedanken nicht immer verstehe? Meine Gedanken sprechen zuweilen eine kryptische, für mich nicht verständliche Sprache. Wenn ich es mir genau überlege, werde ich womöglich einen Übersetzer benötigen, soviel steht fest. Aber wie finde ich den? Das ist vermutlich ebenso so schwierig, wie einen richtig guten Golflehrer zu finden…

Verstörte Grüße,

Frau Oelmann

www.cybergolf.de

5 Kommentare

  1. Frau Oelmann said,

    30. Januar 2010 um 12:40

    Lieber Groover,
    vielen Dank für Deine Tipps, das klingt sehr interessant. Ich habe sie mir soeben notiert und werde in den nächsten Tagen diesbezüglich schon einmal Trockenübungen praktizieren, um das nach der Frühjahrsschmelze auf meinen ersten Runden direkt einmal auszuprobieren.

    Verschneite Grüße,
    Frau Oelmann

  2. Groover said,

    29. Januar 2010 um 23:46

    Liebe Frau Oelmann, kann ich sehr gut nachvollziehen, das mit den negativen Gedanken.
    Wenn ich in der Laune bin, funktioniert bei mir folgender Trick: Ich lasse meine zwei Hälften in mir, sich unterhalten, sich kennenlernen.

    „Hallo Gedanke, was machst du den jetzt ausgerechnet hier, kann dich gar nicht gebrauchen, grad jetzt …“
    „Dich stören, was sonst?“
    „Aha und wie heisst du?“
    „Unzufriedenheit!“
    „Weißt was, darf ich dir einen anderen Gedanken vorstellen? Gelassenheit“
    „Okay und was soll ich mit dem …?“
    „Ihr unterhaltet euch einmal, ja? Ich mach hier inzwischen mal meinen schönen Chip zur Fahne und dann sagsts mir, was bei der Unterhaltung rausgekommen ist, Okay? … keine Widerrede, ich bin gleich fertig … wenn wir zum nächsten Loch gehen frag ich dich … bis dann!“

    Und was die Flightpartener betrifft, die stärken mich nur mehr, je schwächer sie sich in ihrer Eitelkeit geben … Mitleid ist mein einziges Mittel, dann stören sie nicht mehr, im Gegenteil, sie bauen mich auf!
    Vielleicht hilfts bei dir auch?
    LG
    Groover

  3. rebel said,

    22. Januar 2010 um 22:11

    Also an den Schuhen kann ihr „einknicken“ jetzt sicher nicht liegen ;)
    Soll das jetzt heißen, das das OVZT schon Arbeitslos wird bevor wir Sie richtig aufbauen konnten? Das kann ich jetzt nicht zulassen, auch wenn der Mentale Aufbau nun nicht gerade in mein „Aufgabenfeld“ passt. Wobei, für was war ich noch gleich Zuständig???

    Noch mal zurück zum Aufmuntern, wer will sich denn mit der „schönsten“ Proette (wobei der Name mehr als seltsam ist) vergleichen. Sicher hat die abgebildete Dame Beine die bis zum Himmel gehen und aussehen tut – ach egal wie die aussieht.
    Ganz wichtig, wir kümmern uns nur um Ihr Spiel – was die anderen machen ist vollkommen schnurz. Abgerechnet wird erst am Abend…

    liebe Grüße
    rebel

  4. Frau Oelmann said,

    22. Januar 2010 um 20:04

    Hallo rebel,
    natürlich passt lügen und betrügen nicht zum Golfspiel, deshalb bringt offensichtlicher Betrug mein Spiel ja hin und wieder ins Wanken. Die Frage lautet daher, wie mich Lug und Trug auf der Runde relativ unberührt lässt in meinem eigenen Spiel…
    Vielen Dank für die kleine Aufmunterung! :-)
    Liebe Grüße
    Frau Oelmann
    P.S.: Seit ich das hier gesehen habe, stelle ich mein OVZT grundsätzlich in Frage…

  5. rebel said,

    22. Januar 2010 um 19:41

    Hallo Frau Oelmann,

    heißt das jetzt, das das OVT noch größer wird?
    Also das mit dem Betrügen passt doch gar nicht zum Golfsport oder wie soll man das denn verstehen?

    Nur mal zur kleinen Aufmunterung möchte ich Sie auf dieses Bild verweisen: http://gcg-news.blogspot.com/2010/01/winter-schmunzler.html

    p.S. ich mag zwar Schnee aber ich hab jetzt auch gerade Lust die Keule zu schwingen. Zum Langlauf ist der Schnee leider nicht mehr geeignet…


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