Der Golfschwung – wann ist der richtige Zeitpunkt für Umstellungen?

Eine Frage, die unter Golfern stets und gerne im Fokus steht, insbesondere auch dann, wenn der Herbst bereits Einzug gehalten hat und sich langsam aber sicher Golfer für Golfer vor drohenden nasskalten, schneereichen Zeiten nach und nach in seine wärmende Datscha zurückzieht und statt dessen – während der Herbststürme – Tumbleweeds über die neu entstandene Einsamkeit der Fairways geweht werden. Einer Einsamkeit, an welcher sich nur noch hart gesottene Eskimo- Golfer erfreuen.

Der Volksgolfermund plädiert während der ganzen Sommersaison regelmäßig missionarisch dafür, dass Umstellungen am Schwung nur in den kalten Jahreszeiten am sinnvollsten sind. Es sei ja hinreichend bekannt, dass Umstellungen in der laufenden Turnier- Saison zu unliebsamen Störungen des bis ins Detail perfekt eingestellten Golfschwungs unweigerlich zu desaströsen Ergebnissen führen wird und die abgesteckten Saisonziele zur Handicapverbesserung definitiv vermasseln würden.

Ich beende in Bälde meine zweite Clubsaison. Wenn ich den Ausführungen meiner Golfkameraden so zuhöre, wird auch hier nur im Herbst und Winter an Veränderungen des Golfschwungs gearbeitet.

„Es wäre tödlich, jetzt im Sommer Veränderungen vorzunehmen!“

„Ja, genau. Dann triffst du keinen Ball mehr richtig.“

„Sehe ich auch so. Dann geht die ganze Sicherheit flöten.“

„Das Handicap geht in den Keller.“

„Nee, auf keinen Fall im Sommer, dass wäre zu schade, denn für so was muss man viel üben und im Winter haben wir genug Zeit zum üben.“

(…to be continued.)

Wenn immer dieses Thema thematisiert wird, erzähle ich natürlich auch meine Version davon, wie man am besten Fortschritte in seiner golferischen Entwicklung macht: Ende Mai kaufte ich eine 10er Karte bei Perry und begann meinen Unterricht. Ich dachte mir, im Frühling und Sommer würde mir der Unterricht am meisten Spaß machen, denn da ist ständig schönes Wetter. Zudem findet man die allerbesten Trainingsbedingungen vor. So besuchte ich Perry alle 14 Tage. Dieser Rhythmus kommt mir persönlich sehr entgegen, da ich in jeder Stunde viel lerne und somit genügend Übungszeit zur Manifestierung des Gelernten bis zur nächsten Stunde zur Verfügung steht.

Mitte Oktober wird mein Unterricht sein Ende finden. Wenn Sie mich jetzt fragen, ob ich es nächstes Jahr wieder so machen würde, antworte ich: Ja, ich werde nächstes Jahr alles wieder genauso machen! Ich gebe zu, ich habe Turniere gespielt, die nicht so rund liefen, weil ich über dies und das aus den Unterrichtsstunden während der Runde nachdachte. Aber ich spielte auch Turniere, in welchen ich die Früchte der Fortschritte ernten konnte. Und denke ich an die kommende Saison im nächsten Jahr, wird mir warm ums Herz vor Vorfreude. Denn im Winter habe ich jetzt sehr viel Zeit, den gesamten Unterricht theoretisch als auch praktisch aufzuarbeiten (ich schreibe mir nach jeder Stunde übrigens alles auf, weil ich so vergesslich bin).

Mit meiner Variante der golferischen Entwicklung stehe ich bis dato ziemlich allein auf weiter Flur, aber damit kann ich umgehen. Schließlich bin auch Linkshänderin, kann ein Eisen 7 ca. 118 m weit hauen, bin Golfblog- Autorin, und, und, und…   ;-)

Eine Frage hätte ich abschließend aber noch geklärt: Wenn die meisten Golfer angeblich nur im Herbst und Winter an ihrem Golfschwung arbeiten, wer sind denn jene Golfer, die den ganzen Frühling und Sommer dafür sorgen, dass man zuweilen mit wochenlanger Wartezeit für eine Stunde beim Pro rechnen muss?

Es grüßt ganz herzlich Ihre

Frau Oelmann

Was für ein Zufall, ich sehe gerade, dass dieses Thema jetzt auch in Golfforen diskutiert wird…

Hiermit möchte ich Perry Somers ganz herzlich gratulieren: Er konnte vergangene Woche die Welt Hickory Meisterschaft in Gullane, Schottland, für sich entscheiden – Chapeau, Monsieur!


2 Kommentare

  1. Frau Oelmann said,

    8. November 2010 um 20:24

    Nun, es wird so viel über „Das Geheimnis des richtigen Golfschwungs“ geredet … hmm … eventuell gibt es ja auch „Das Geheimnis des richtigen Trainings“ … wer weiß…
    Viele Grüße
    Frau Oelmann

  2. Hape42 said,

    8. November 2010 um 18:22

    Nur im Winter trainieren oder was Neues lernen?
    Halte ich für falsch ;-)
    Ich nehme mir pro Monat 1-2 Sitzungen bei meinem Pro.
    Das hat mich erheblich weiter gebracht. Und dann ist es nicht die EINE große Umstellung nach jahrelangem falschen Schwung, sondern ein stetiges, in kleinen Schritten, hinführen zum besseren Schwung


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