Dutch Hickory Championship 2010

Am Samstag, dem 02.10.2010, besuchte ich zum ersten Mal eine Hickory Championship, aber leider nur als Zuschauer. Doch bereits die ersten Impressionen via Internet machten mich ungeheuer neugierig. Mitten in Holland, eingebettet in eine wunderschöne Heidelandschaft, liegt das Landgoed de Ullerberg, etwa 25 km westlich von Apeldoorn entfernt. Dieses Landgut befindet sich seit Anno 1923 im Privatbesitz der Familie Waller.

In Gesprächen mit unseren ausgesprochen netten und weltoffenen Gastgebern, der Familie Bob Hesselmann, erfuhren wir, dass dieser Privatplatz – auf dem primär nur die Familie spielt – einzigartig auf der Welt sei, denn seine Fairways gründen auf Heide! Besser legen bedeutet hier, seinen Ball für den nächsten Schlag auf (geschorener) Heide zu betten. Und grün sind in erster Linie nur die Grüns, welche Natur belassen wurden. Es ist eine herrliche 9-Loch-Anlage in urwüchsiger, unberührter Natur, in welcher man das Gefühl bekommt, dass hier die Zeit seit hundert Jahren stehen geblieben zu sein scheint. Alle Sinnesorgane gieren geradezu nach dieser besonderen Aura einer märchenhaften Oase der Beschaulichkeit. Daher ist dieser traumhafte Ort besonders geeignet, eine Hickory Meisterschaft auszutragen. Denn wie ich bereits berichtete, bedeuten Hickory Meisterschaften eine Reise in die Vergangenheit.

So fand sich eine Gemeinde von Hickory- Freunden ein, Profis und Amateure spielen wie immer zusammen, die auf dieser Anlage ihre besondere Freude hatten. Auch der sportliche Anreiz kam nicht zu kurz, denn geschorene Heide- Fairways sind sehr schwer zu spielen. Ebenso die Grüns, die in ihrer Urwüchsigkeit für jeden Golfer zu einer echten Herausforderung werden. Um sich die Treue der Fairway und Grüns zu verdienen, bedarf es – neben einer gewissen Spielfertigkeit – insbesondere auch einer besonderen Beziehung zur Natur.

Ich hatte das große Glück, Annie Altmann, Iain Forrester und Perry Somers begleiten zu können. Iain und Perry sind zwei Golfpros, die sich sehr um Hickory Golf bemühen und großen Anteil daran haben, dass mehr und mehr begeisterte Anhänger ihren Spaß an den traditionellen Ursprüngen des Golfspiels finden. Die ganze Runde war ein einziger Genuss. Auch Annies Spiel hat mich begeistert. Annie hat mir aufgezeigt, dass man sich natürlich mal über einen Fehlschlag ärgern kann, jedoch die Freude am Spiel stets im Vordergrund steht: Diese Freude konnte man die ganze Runde regelrecht spüren.

Es wurde um die „Waller Trophy“ gespielt – zu Ehren des Landgutbesitzers Dr. F. G. Waller. Eine Siegerehrung mit tollen Preisen gab es für alle Spielklassen: Wunderschöne Bilder der größten Golfer des Hickory- Golfsports. Perry Somers (AUS) und Britta Nord (SWE) hatten an diesem Tag sehr gute Runden gespielt und wurden Gesamt- Turniersieger. Die Namen der beiden Sieger werden in den Pokal eingraviert, weil dieser Pokal „geteilt“ wird, was alle Teilnehmer als eine sehr schöne Idee ansahen. Ein und derselbe Pokal für die Dame, für den Herren. Dies dürfte ziemlich einzigartig sein, aber es unterstreicht einmal mehr das besondere Ambiente und Zusammengehörigkeitsgefühl einer Hickory Gemeinde.

Dieser Tag war ein Tag im Märchenwald und man hatte das Gefühl, das Paradies auf Erden gefunden zu haben…

Träumerische Grüße

Frau Oelmann

Anmerkung der Autorin: Bei der Preisverleihung war auch Lily Waller zugegen, eine Enkelin der Familie Waller, was mich persönlich in diesen Momenten der Ehrungen sentimental werden ließ. Die äußerst angenehmen Unterhaltungen mit ihr haben nachhaltig Eindruck hinterlassen.

12 Kommentare

  1. rebel said,

    15. Dezember 2010 um 12:29

    Jetzt brauche ich nur noch eine Mitgliedschaft und passende Klamotten.
    Ob ich gleich in Schottland in meiner Lieblingsecke in den Club eintrete? Bin ja zu Silvester wieder drüben…
    Wer weiß wer weiß…

  2. Frau Oelmann said,

    15. Dezember 2010 um 08:37

    Ganz bestimmt wäre das was für alle Hickory-Freunde!
    Die Gemeinde wächst und wächst. Back to the roots … ist das nicht schön in einer von Schnelllebigkeit geprägten Gesellschaft?!

    Viele Grüße
    Frau Oelmann

  3. rebel said,

    14. Dezember 2010 um 21:42

    Hallo Frau Oelmann,

    im Golfhaus Forum steht ein neuer Termin für ein Hickory Turnier in Berlin Wannsee.
    Wäre das nicht was???

    bis denne
    rebel

  4. Frau Oelmann said,

    13. Oktober 2010 um 19:20

    Lieber Eugen,
    wie es scheint, erhält die Hickory- Gemeinde beständig Zuwachs. Es besteht daher berechtigte Hoffnung, dass nicht alles in Vergessenheit geraten wird…

    Herzliche Grüße
    Sabine

  5. 12. Oktober 2010 um 20:09

    Liebe Sabine,
    Du hattest mir ja schon von dem Turnier erzählt, aber die Bilder zeigen noch mal ganz besonders, dass hier ein ganz anderes Golf gespielt wird, das heute leider immer mehr in Vergessenheit zu geraten scheint.
    Vielen Dank für den schönen Bericht
    Eugen

  6. Frau Oelmann said,

    12. Oktober 2010 um 17:38

    Hallo rebel,
    es ist schön, dass auch bei Crossgolfern der Gemeinschaftssinn eine wichtige Rolle spielt in unserer Golfwelt mit vornehmlich ausgeprägtem Sinn für’s Handicap.

    Liebe Grüße
    Frau Oelmann

  7. rebel said,

    12. Oktober 2010 um 15:29

    Na ja, zumindest ich habe nichts gegen Frauen im Team, habe sogar das Match sehr genossen. Zu lesen im letzten Beitrag meines Blog.

    liebe Grüße
    rebel

  8. Frau Oelmann said,

    11. Oktober 2010 um 20:37

    Auf der Suche nach einer weiteren Spielstätte für eine Hickory Championship auf Europäischem Festland hat Golfpro Iain Forrester diesen Golfplatz ausfindig gemacht.

    Viele Grüße
    Frau Oelmann

  9. Andreas said,

    11. Oktober 2010 um 20:01

    Das hört sich ganz toll an. Muss ein schönes Erlebnis gewesen sein, den Tag dort zu verbringen. Wie findet man so etwas?

    Schöne Grüße

    Andreas

  10. Frau Oelmann said,

    11. Oktober 2010 um 19:31

    Verehrter Christian,
    in der Tat stellt eine Runde Golf auf dem Landgut De Ullerberg eine äußerst anspruchsvolle Herausforderung dar, trotz fehlender monströser Dimensionen gemäß neuzeitlicher Golfplatzarchitektur. Es wird nämlich mit etwas älterem Material gespielt, wofür die Golfindustrie keine Hcp-Verbesserung in 14 Tagen verspricht.

    Was die Chromosomen angeht: Ich wünschte mir, dass die Idee der „Gleichrangigkeit“ nicht als Affrond, sondern als „Gemeinschaftssinn“ verstanden wird.
    Ich habe in der Vergangenheit ja bereits einen Versuch unternommen, mich als Lady dem Thema „Men’s Day“ zu nähern, was jedoch keine eindeutige Zustimmung fand. Aber wie heißt es so schön: Alles hat seine Zeit!

    In diesem Sinne,
    Herzlichst
    Frau Oelmann

  11. Christian said,

    11. Oktober 2010 um 12:20

    Ein interessanter Ansatz im Vergleich zu den scheinbar immer höher werdenden Ansprüchen der heutigen Golfgemeinde an den Platz, das Design, an die eigene Spielfähigkeit. Der Platz zeigt, dass es die Anforderungen und die Ausreizung des, mal mehr oder mal weniger vorhandenen motorischen Talents jedes Spielers, nicht unbedingt durch schwierige Doglegs oder Inselgrüns herauszukitzeln gilt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Hickory einer immer größeren Beliebtheit erfreut…Fortschritt muss eben nicht nur immer nach vorne gehen, es kann auch back-to-basic sein.

    By the way…wo findet man heute noch einen Siegespokal, auf dem Golfbegeisterte mit XX- und XY – Chromosomensatz gleichrangig verewigt werden!? Was für ein Affront gegenüber den etablierten Lady`s- & Men`s Days :-)

    In diesem Sinne – Fore!

    Christian

  12. rebel said,

    10. Oktober 2010 um 18:12

    Wären die Bilder in schwarz/weiß gehalten, hätte man denken könne das sie schon sehr alt sind. Ich glaube auch das das Spiel dort einen ganz besonderen Reiz ausmacht.

    liebe Grüße
    rebel


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