Schnee schwingen – wie Golfer den Winter sinnvoll nutzen können

Es geht mal wieder Schlag auf Schlag. Gerade erst gingen im Saal der außerordentlichen DGV- Verbandstagung mit ihrem eindeutigen Votum pro Zwangsabgabe für den Ryder Cup die Lichter aus, da kündigt sich neues Ungemach an. Die Wetterdienste melden Schneefall – das hat uns Golfern gerade noch gefehlt!

Ungern denke ich an den vergangenen Winter zurück: Schnee, Schnee, Schnee und noch mehr Schnee. Und dazu eine ungewöhnlich lang anhaltende, ungewöhnlich extreme Kälte, die man bis dato nur im fernen Sibirien vermutet hatte. Irgendwie ist mir in diesem ganzen Jahr gar nicht richtig warm geworden, da sollen wir bereits schon wieder Schnee schaufeln. Wenn in unseren Gefilden auch dieser Winter wieder sibirisch wird, möchte mir mal bitte jemand erklären, was es mit der seit Jahren angekündigten, drohenden Erderwärmung auf sich hat. Der Klimawandel ist für Laien wie mich ohnehin nur schwer zu verstehen. Auf der einen Seite schmelzen uns die Gletscher unter den Füssen weg und auf der anderen Seite fällt monatelang soviel Schnee, dass Räumdienste mancherorts den Schnee weit vor die Tore der Städte abtransportieren müssen.

Als ich im Laufe der Woche die aktualisierte Hausordnung erhielt, wurde mir nach und nach klar, dass wir Golfer uns mittelfristig ebenfalls auf den Klimawandel einstellen sollten. Ich bin für diesen Winter dazu eingeteilt worden, alle drei Tage Schnee zu schaufeln, von der Haustür bis zum Bürgersteig sind es ungefähr 15 laufende Meter (!). Zunächst missfiel mir jene Ankündigung von Fronarbeit, ich bin schließlich kein junger Hüpfer mehr. Mit Blick auf mein Lieblingshobby betrachte ich dieses fremdbestimmte Eingreifen in meine strukturierten Tagesabläufe inzwischen allerdings als echte Herausforderung. Der vergangene Winter ließ so gut wie kein Training zu. Daher wäre diese Arbeit vielleicht die optimale Lösung, für ein spezielles Wintertrainingsprogramm sozusagen. Ich überlegte mir spontan, wie ich die Schwungbewegung des Schneeschaufelns mit der Weiterentwicklung meines Golfschwungs sinnvoll verbinden könnte.

Die Schneeschüppe unter den Arm geklemmt, suchte ich unseren hiesigen Schreiner auf, um mit ihm über eine neue, besondere Konstruktion zu sprechen. Als erstes müsste die Schaufel seitlich am Schaft, äh Stiel, angebracht werden. Die Halterung der Schaufel müsste dabei in einem 6-stufigen Loft-Intervall von 10 bis 60 Grad verstellbar sein. Außerdem wäre ich von einem Stiel mit stufenlos verstellbarer Teleskopeigenschaft begeistert. Ob ich mir vorstellen könnte, dass es bei der Holzverarbeitung Schwierigkeiten mit der Herstellung von Teleskopeigenschaften gäbe? Handwerkliche Problemlösungen überließe ich grundsätzlich den Experten. Nur Holz müsse es schon sein, da bestünde ich drauf – wegen meiner neu entdeckten Liebe für Holzschläger. Mit einer solchen Schaufel wäre mir optimales Wintertraining garantiert. Ob ihm die Bedeutung meines Anliegens nicht klar wäre? Nicht so ganz. OK, ich holte zu einer logischen Erklärung aus: Mit einer solchen Schaufel wäre zum ersten Mal ein optimales Wintertraining garantiert, egal wie viel Schnee sonst noch fällt. Ich würde Schwingen nach allen Regeln der Kunst, ich bliebe dabei fit und könnte ganz nebenbei an meinem Slice arbeiten. Im Weggehen rief ich ihm noch hinterher, dass ich am Umsatz der steigenden Verkaufszahlen für diese Innovation beteiligt werden möchte. Seinen verwirrten Blick quittierte ich mit dem Hinweis darauf, dass, sähe die Nachbarschaft mein glückliches Gesicht beim Schneeschwingen, würden alle sofort auch einen solchen Schneeschwinger haben wollen. Er versprach mir, das Ding schnellstmöglich zu liefern.

Zufrieden schlenderte ich nach Hause und dachte weiter über den Winter nach. Wäre es nicht auch fortschrittlich, wenn Golfclubs sich ebenfalls den Herausforderungen des Klimawandels stellten? Whitekeeper würden fortan für eine Bespielbarkeit der Anlage sorgen, Clubmitglieder ohne ausreichend Zeit für Reisen in den warmen Süden hätten ausgesorgt, Gäste-Greenfees wären ganzjährig gesichert und Clubhaus-Gastronomien müssten ihre Zapfanlagen nicht stilllegen.

So oder so: Für mich ist es jedenfalls das erste Mal nach vielen Jahren, dass ich mich auf den Winter vor der Haustür freue!

Schwungvolle Grüße

Frau Oelmann

12 Kommentare

  1. Frau Oelmann said,

    22. Dezember 2010 um 07:47

    rebel,
    also wenn schon, dann bitte ein paar Schneeverwehungen oder sowas. Wasserhindernisse im Winter werden doch vermutlich eher zu Fairways?!

    Winterliche Grüße
    Die Schneeschwingerin :-)

  2. rebel said,

    22. Dezember 2010 um 04:58

    @Frau Oelmann,
    so lange sie nicht „Einstellig“ werden sollte das alles kein Problem werden. Und falls sie doch so gut sind, kann man ja ganz gezielt ein paar Bunkerschläge oder Wasserhindernisse einfügen. ;)

    liebe Grüße
    rebel

  3. Frau Oelmann said,

    21. Dezember 2010 um 21:41

    Hmm … noch mehr Länge?! Meinst Du, Eugen spielt dann noch mit mir? ;-)

    Alle guten Wünsche für 2011,
    Sabine

    P.S.: Vielen Dank für den Lesetipp, schaue ich mir an, der Winter wird vermutlich wieder lange andauern…

  4. r said,

    21. Dezember 2010 um 20:06

    ps.:..den Zacharias, da reicht eigentlich ein Blick auf die einschlägigen Diskussionsfäden im spicy. Die würden mittlerweile mehrere Bücher füllen, eins davon alleine über kreative Beschimpfungen. Unterhaltsam für lange Winterabende!
    r

  5. r said,

    21. Dezember 2010 um 20:00

    tschuldigung, mit Tastaturwacklern habe ich den Kommentar mitten im Schreiben abgeschossen, sieht so ziemlich besoffen aus, …grosses Eckgrundstück sichern zum Schippen und hohes finish beim Werfen des Schnees über den Gartenzaun-all das bringt mehr Länge in der nächsten Saison.

    Liebe Grüsse und ein gutes 2011!
    r

  6. Frau Oelmann said,

    21. Dezember 2010 um 16:32

    Der Zacharias also … hmm … dann muss ich jetzt doch noch mein erstes Technik-Lehrbuch kaufen?!

    Schöne Grüße
    Sabine

  7. r said,

    21. Dezember 2010 um 14:50

    …wichtig ist auch hinreichend bounce, damit man nicht sofort an jeder kaputten Gehwegplatte hängen bleibt. Den Schwung für den Sommer kann man am besten üben, indem man stets aus der Rumpfdrehung mit gestrecktem – bei Dir rechten- Ellbogen neutral ausholt. Ordentlich Zacharias im downswing braucht man bei Eisplatten und Festgefahrenem. Die Schippe immer ordentlich vollmachen und sich rechum eine Reinigungsberechtigung für grosse Eckgrundstücke mit schlechten breiten Bürgersteigen

  8. Frau Oelmann said,

    22. November 2010 um 21:03

    …so gefegt werden, wie er liegt … hmm … ja, richtig, danke für diesen wichtigen Hinweis! :-)

    Liebe Grüße
    Frau Oelmann

  9. Andreas said,

    22. November 2010 um 18:51

    Dann wünsche ich mal viel Schnee… :-) Und immer schön die Basisregeln beachten. Der Schnee muss so gefegt werden, wie er liegt…

  10. rebel said,

    21. November 2010 um 21:44

    Na dann hoffe ich doch auf ein Bild von dieser Konstruktion ;)

    bis denne
    rebel

  11. Frau Oelmann said,

    21. November 2010 um 19:00

    Hallo rebel,
    da ich bis heute nur wenig Affinität zur Technik besitze, überlasse ich, wie gesagt, handwerkliche Problemlösungen grundsätzlich den Experten. ;-)

    Die besten Grüße
    Frau Oelmann

    Da fällt mir gerade ein … evtl. sollte ich das Schneeschwingen in mein OVZT mit aufnehmen…

  12. rebel said,

    21. November 2010 um 17:04

    Hallo Frau Oelmann,

    das ist ja mal eine recht ausgefallene Idee.
    Wie soll das Problem des Lie-Winkels gelöst werden bei einem Teleskopschaft?
    Wird das nicht zu kompliziert all die Dinge bei jedem „schwingen“ neu einzustellen?

    bis denne
    rebel


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