Neue Golfsaison, neues Glück

Die Silberne Hochzeit meiner Freunde war ein rauschendes Fest mit einer musikalischen Zeitreise durch die letzten Jahrzehnte. Zwei tolle DJ’s haben sich nach allen Reglern der Kunst die Naht gegeben. Die Beats hämmerten und aufs Parkett wurden die heißesten Sohlen gelegt (immer wieder dachte ich an kalte Umschläge für mein Knie, es tat schon wieder höllisch weh). Wie schön sie doch sind, die alten Songs von damals. Noch immer haben sie nichts von ihrer Zauberkraft eingebüßt, denn Erinnerungen wurden wach, als Iggys Passenger aufgelegt wird. Ja, sogar bei mir erwachte irgendetwas in entfernten Galaxien meines Unterbewusstseins. Mit Vergangenheiten habe ich gelegentlich meine Probleme. Wenn Freunde alte Fotos auf dem Kaffeetisch ausbreiten, wo auch mein Antlitz darauf zu erkennen ist, und fragen: „Weißt du noch?“ dann höre ich mich sagen: „Nee. Erzähl mal.“ Und dann empfinde ich es als schön, neue Geschichten zu hören. Zumindest meine Familie und meine Freunde nehmen es inzwischen durchaus mit etwas Humor.

Ja, ja. Die gute alte Zeit … aber … war sie das? War sie wirklich gut? Ich weiß es nicht mehr. Auf der Arbeit lese ich bei einer Kollegin immer diesen Spruch: „Früher war alles besser. Auch die Zukunft.“ Dabei komme ich regelmäßig ins Grübeln und frage mich, warum ich mir über die Zukunft nur noch sporadisch Gedanken mache. Inzwischen habe ich eine Ahnung, dass das mit meinem Golfspiel zu tun haben könnte. Ich habe irgendwann für mich erkannt, dass ich am erfolgreichsten spiele, wenn ich mich nur auf den nächsten Schlag konzentriere. Auf irgendeine wundersame Art und Weise scheint sich dieses Ablaufprozedere auch in andere meiner Lebensbereiche eingeschlichen zu haben. Kürzlich im Supermarkt ertappte ich mich dabei, wie ich mich immer nur auf das nächste Regal konzentrierte. Aber was soll ich sagen, es hat funktioniert: Nach der Einkaufsrunde notierte ich mir 4 über, nachdem ich – zu Hause angekommen – feststellte, nur Brot, Butter, Käse und Klopapier vergessen zu haben.

Noch ein wenig verkatert vom rauschenden Fest sitze ich nunmehr an diesem Adventssonntag am Schreibtisch und döse. Ich schaue aus dem Fenster und es sieht trübe aus. Schnee und Regen konnten sich offensichtlich nicht einigen, wer zuerst, also haben sie sich entschlossen, gemeinsame Sache zu machen, was zur Folge hatte, dass unser Platz heute gesperrt wurde. Dabei wollten wir noch ein Nikolaus- Turnier im kleinen Kreise spielen mit anschließender Gänse- Verspeisung. Neulich beim letzten Turnier des Jahres haben wir bei der Treibjagd so viele Martinsgänse geschossen, dass wir uns im Rudel auf die Beute stürzen wollten, um dabei auch alle Heldentaten des vergangenen Sommers Revue passieren zu lassen. Also gut, kein Turnier, dann eben nur eine Revue, ist mal was anderes.

Ich bin gespannt, ob sich schon jemand gedanklich mit der neuen Golfsaison befasst hat. Ich für meinen Teil kann es kaum erwarten, mein erstes Hickory Set mit 5 – 6 Schlägern zusammen zu bekommen. Seit ich meinen Mashie Niblick und Putter bekam, denke ich kaum noch an etwas anderes. Dieses einzigartige Schwunggefühl und der Klang dieser alten Knüppel setzen bei mir so große Mengen an Endorphinen frei, dass sich gewisse Rezeptoren nur so schütteln. Leider erweist es sich als äußerst kniffelig, Hickories für mich zu bekommen. Nicht zum ersten Mal denke ich, dass es unvorteilhaft ist, Linkshänder zu sein. Aber jeder Versuch umzusteigen, hat mir bisher nur Verletzungen beschert. Also muss ich damit leben und mit etwas Glück bekomme ich rechtzeitig zur neuen Golfsaison – es sind ja nur noch 105 Tage bis Frühlingsanfang! – noch den einen und anderen Schläger dazu. Ich muss mich nur in Geduld üben, was mir diesbezüglich geradezu übermenschliche Kräfte abverlangt! Und apropos Verletzungen: Seit Juli war ich nahezu permanent verletzt, weshalb ich mir jetzt für die neue Golfsaison vom Weihnachtsmann eine Familienpackung Gesundheit wünschen werde.

Nächstes Jahr möchte ich auch wieder ein bisschen durch unsere Republik düsen, um neue Golfterritorien und deren Ureinwohner zu erforschen. Vielleicht haben Sie Vorschläge, wo Frau Oelmann unbedingt einmal vorbei schauen sollte. Aber bitte denken Sie daran, dass es im Anschluss natürlich auch wieder einen Bericht geben wird!

Erwartungsfrohe Grüße

Frau Oelmann

P.S.: Heute war ich zum wiederholten Male raus zum Schneeschwingen. Der Schneeschwinger liegt noch etwas ungelenk in den Händen und die Drehung ist ungewohnt, aber ich bekam schon Standing Ovations aus der Nachbarschaft für diese akrobatische Leistung!  ;-)

6 Kommentare

  1. Frau Oelmann said,

    7. Dezember 2010 um 17:42

    Wer hätte gedacht, dass ein einfacher Schneeschwinger so viel Aufsehen erregen könnte! ;-)

    Viele Grüße an alle Jecken!
    Frau Oelmann

  2. Andreas said,

    6. Dezember 2010 um 21:48

    Oh ja. Video vom Schnee schieben! Und verkleidet. Könnte man ja um Rosenmontag veröffentlichen… (wegen der Verkleidung). Dann unter der Rubrik „Schwungtipps“

  3. Frau Oelmann said,

    6. Dezember 2010 um 21:10

    Na, mal sehen, was sich machen lässt…

  4. rebel said,

    6. Dezember 2010 um 10:32

    Und wenn du dich verkleidest? ;)

    Liebe Grüße
    rebel

  5. Frau Oelmann said,

    5. Dezember 2010 um 19:34

    Hallo rebel,
    danke für den Tipp – wie es aussieht, ist Mike Klais ebenfalls dem Hickory Virus verfallen!

    Ein Video vom Schneeschwingen? Grundgütiger, wenn das mein Golflehrer mitkriegt… :-)

    Liebe Grüße
    Frau Oelmann

  6. rebel said,

    5. Dezember 2010 um 18:50

    Wegen der Hickory Schläger, hast du schon einmal Kontakt mit Mike Kleist aufgenommen? http://www.golfhaus.de
    Vielleicht kann er dir weiter helfen.

    Was den Schneeschwinger angeht – bekommen wir auch eine Videobeweis ;)

    liebe Grüße
    rebel


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