Golfbälle zu Pyramiden

Dieser Tage sandte mir mein Bruder einen Artikel zu, der aufhorchen ließ: weil Mexiko Stadt für den Bau von Gebäuden keinen ausreichenden Platz mehr nach oben zur Verfügung stellt, wird nun ein Alt-Ägytisches Bauwerk tief in die Erde gebaut – eine Erdpyramide:

Bereits Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung entstand diese faszinierende Kunst des Pyramidenbaus, jener gigantischen, archaischen Tempel, für die Generationen von Menschen ihr Leben gaben, um ihren Göttern und Pharaonen zu huldigen. Und noch immer scheinen nicht alle Rätsel der ägyptischen Pyramiden- Baukunst gelöst zu sein. Regelmäßig können wir Berichte verfolgen, wonach bis heute unklar ist, wie diese Prunkbauten tatsächlich entstanden sind, insbesondere, wenn es um das Hochhieven der schweren Steine auf die Spitze des Bauwerks geht. Immer wieder entstehen neue Theorien. Wie ist es gelungen, mit bloßer Muskelkraft und schlichten Baugerüsten aus Seilen und Holz, Quader auf Quader zu stapeln, bis diese phantastischen Bauwerke im Laufe der Jahrtausende zu Wundern dieser Erde wurden?

Das Wetter war in diesen Tagen wieder einmal anhaltend schlecht: Orkanartige Windböen, die einem den Monsunregen nur so um die Ohren fegten. An eine Runde Golf war einfach nicht zu denken. So blieb mir schließlich dann doch keine Ausrede mehr und ich begab mich an den großen Stapel Bügelwäsche, meiner zweitlästigsten Freizeitbeschäftigung (nur Staub feudeln empfinde ich als noch lästiger). Und während ich so vor mich hin bügelte und grübelte und der Fernseher sinnlos vor sich hin daddelte, musste ich wieder an Pyramiden denken, als mir plötzlich die Idee kam, mir eine im Wohnzimmer bauen zu wollen, übten diese gigantischen Bauwerke auch auf mich jene Faszination aus, der sich seit Menschengedenken kaum jemand entziehen kann.

Das Bügeleisen wurde umgehend kalt gestellt und alle Golfbälle zusammen getrommelt. Es mussten Tausende sein, die sich im Laufe der Jahre angesammelt hatten.

Würde die Deckenhöhe im Wohnzimmer überhaupt ausreichen? Während ich darüber nachdachte, hatte ich schon das nächste Problem zu lösen: wie berechnete man so ein Bauwerk, welches sich in der Konstruktion zuspitzte? Anstrengende und umfassende Berechnungen wurden erforderlich, z. B. welche Abmessung das Fundament maximal haben dürfte bei einer Deckenhöhe von 2,50 Meter … und in dieser Sekunde bedauerte ich, nicht mehr den Altbau zu bewohnen, da hätte ich wenigstens noch einen Meter höher bauen können!

Erstaunlicherweise passte die Pyramide dann doch ins Wohnzimmer (hatte ich mich etwa doch nicht verrechnet?), es gab keine Probleme mit der Deckenhöhe. Und während ich so dasaß und den Anblick dieser Pyramide genoß, knallte es im Fernsehgerät und das Bild war weg. Ich erschrak ganz fürchterlich, aber nicht, weil der Fernseher plötzlich kaputt war. Das störte mich nicht so sehr, da ich das Ding eh kaum anschaltete. Nachdenklich ließ ich meine Blicke zurück auf meine Pyramide gleiten. Alt-Ägyptische Geschichte war doch auch stets mit finsteren Mächten verbunden! Welche Macht ging da von meiner Pyramide aus? Hatte ich etwa die Golfgötter erzürnt, weil ich nicht mehr genug Baumaterial besaß, um mindestens auch noch eine Sphinx zu bauen, die den Tempel bewacht? Ich testete das Bügeleisen, es funktionierte noch, puh! Allmählich und bedächtig zerlegte ich meine Pyramide wieder und sortierte sorgfältig die Bälle alle wieder zurück an ihre angestammten Plätze…

Was für eine Idee, eine Pyramide, 65 Stockwerke tief (!), in die Erde bauen zu wollen  … unglaublich, fantastisch … was für eine Idee!

Faszinierte Grüße,

Frau Oelmann

7 Kommentare

  1. Frau Oelmann said,

    25. Dezember 2012 um 18:36

    Hallo Markus,
    ob Du es glaubst oder nicht, es funktioniert tatsächlich auch mit einem Golfschläger in der Hand. Ich musste es einfach eines Tages einmal ausprobieren, weil ich genau dasselbe dachte, wie damals beim Billard: Augen zu und drauf! Unser Training hat sich bezahlt gemacht! :-)

    Die Nummer mit der Pyramide, das wäre jetzt die größere Herausforderung … hmm … mal überlegen… ;-)

    Liebe Grüße,
    Deine Schwester

  2. Markus Oelmann said,

    21. Dezember 2012 um 09:00

    Liebe Sabine,

    der Ball für „Blinde“ hat mich an alte Trainigsmethoden mit Dir erinnert. Augen zu und drauf! Solltest Du in 2013 mal testen, ob das im Golfsport auch funktioniert. Bis zum Saisonstart hast Du aber noch die Zeit, die Pyramide wie in Mexiko zu bauen. – Das wäre mal eine sportliche Herausforderung! Wie ich Dich kenne, werden wir das Bild schon bald sehen…

    Grüße Markus

  3. 29. Oktober 2012 um 12:09

    Schon toll, so viele Bälle zuhause zu haben. Ich lege meine immer im Wald oder im Rough ab.

  4. Frau Oelmann said,

    8. Oktober 2012 um 19:06

    Lieber Eugen,
    sag mal … wer war es gleich noch, der mir seinerzeit Michael Murphys Erzählung wärmstens ans Herz gelegt hast?! :-)

    Liebe Grüße
    Sabine

    PS: Wie ich lese, wird es bald Dein 4. Buch geben, lediglich ein paar Tage später als geplant. Vorfreude ist der schönsten einer!!!

  5. 7. Oktober 2012 um 20:46

    Liebe Sabine, danke für Deinen Bericht, auch ich habe den Stecker zur medienwelt gezogen
    Schockiert war ich, nachdem ich das Bild sah: Stets hast Du mir erzählt, dass es alleine meine drei Bücher waren, die Dich zu der großartigen Golferin haben reifen lassen, die Du bist. Und was sehe ich jetzt? „Die Kunst, den Ball zu schlagen…“ HA!
    Du hast also doch noch andere Götter neben mir….? Na gut. Warum auch nicht? Schließlich kann ich nichts mehr liefern… ;-(
    Liebe Grüße
    Eugen

  6. Frau Oelmann said,

    7. Oktober 2012 um 08:19

    Danke für das Kompliment!
    Ebenfalls einen schönen Sonntag.

  7. 360hcopa said,

    7. Oktober 2012 um 08:05

    Das ist die subtilste Bücherwerbung, welche ich je gesehen habe….schönen Sonntag.


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