Wenn Golflehrer lehren und Schüler nicht lernen…

Eher rein zufällig nahm ich mein persönliches „Good concentration puzzle“ (an der Wand hängend) sehr deutlich wahr wie lange nicht zuvor, ist es doch Teil meiner Hausaufgaben, die mir einst mein Golflehrer mit auf den Golf-Weg gegeben hat.

good concentration puzzle

Selbst erarbeiten sollte ich mir dieses Puzzle, was mir einer monströsen und zugleich unlösbaren Hausaufgabe gleichkam. Sogleich fühlte ich mich erinnert … erinnert an dereinst urälteste Zeiten meiner Schülerzeit im Gymnasium, als mir unsere (mir persönlich) verhasste Mathe-Lehrerin Aufgaben verpasste, von der sie wusste (aus mir damals absolut nicht ersichtlichen als auch wenig nachvollziehbaren Gründen), dass gerade auch ich sie zu lösen niemals im Stande sein würde. Selbst meine Klassenkameraden verzweifelten zuweilen, da die Aufgabenstellungen schier unlösbar schienen (bis auf die üblichen zwei „Verdächtigen“, die alle Anforderungen – zumindest für uns normal Sterbliche – als lediglich durchschnittliche Anforderungen abkanzelten). Es sollte noch einige Zeit andauern bis ich begriff: ein naturwissenschaftlich geprägtes Gymnasium arbeitete darauf hin, dass (vermeintlich) naturwissenschaftlich geprägte Kinder entsprechend der Anforderung der Eltern ausgebildet werden sollten. Wie sich eines Tages überraschend heraus stellte, gehörte ich in eine vollkommen andere Welt als in jene der Naturwissenschaften, und zwar in eine Welt voller Phantasien.

Und wie sich des Weiteren eines weiteren Tages heraus stellte, kamen mir gerade eben jene Phantasien in der geliebten, spannenden Golfwelt zugute: es fiel mir schließlich alles andere als schwer, jenes „good concentration puzzle“ zu erstellen. Ja, ja, sogar meine Hausaufgaben machte ich nach jedem Golf-Training. Ich notierte alles, was mir auf dem Heimweg gerade noch so einfiel. Seitenweise Notizen entstanden und ich versuchte, alle rätselhaften Bemerkungen und Fragestellungen des Golflehrers nachzuarbeiten und zu studieren und das war auch gut so. Lehrer sind gelegentlich sehr mitteilungsbedürftig und versorgen einen mit sehr vielen Informationen, die kleinste Einheiten an Speicherkapazitäten – wie z. B. die meinen – im Handumdrehen zum Kollaps bringen können. Andererseits weihen sie in Geheimnisse ein, wenn Momente der Gnade gegeben sind…

Zahlreiche Lehren und unzählige Weisheiten versehen mit wiederholungsfähigen Übungen würden mich zukünftig auf einen für meine Möglichkeiten abgestimmten Golfweg begleiten, so der Plan … voraus gesetzt, ich würde nicht nur lesen, was geschrieben stand, sondern mich gelegentlich auch in Wahrnehmung üben!

Geschimpft wird gerne und extensiv auf (Golf)Lehrer, da nehme auch ich mich nicht heraus. Aber vielleicht ist es an der Zeit, endlich einmal eine Lanze zu brechen für all jene (Golf)Lehrer, die sich mit viel Herz ihrem Beruf, ihrer Berufung, hingeben. Nach nunmehr sieben Jahren abenteuerlicher Wanderungen auf (z.T. steinigen) Golfwegen kann ich ein klein wenig nachvollziehen, wenn (Golf)Lehrer gelegentlich schier und still verzweifeln an jenen Schülern, die nicht ernsthaft zuhören können oder wollen (bis zu dem Moment, da der Schüler meint, dass der Schwung dem des Tigers inzwischen doch sehr ähnelt, wenn er nur noch ein bisschen übt).

Übung macht den Meister, heißt es … und so übe auch ich gelegentlich … okay … weniger auf der Driving Range Bälle kloppen, als vielmehr Übungen im Geiste … okay, zugegeben … klingt wenig spektakulär, aber immerhin hat es für einen ersten Rundensieg im neuen Jahr ausgereicht – trotz meiner eklatant hinterher hinkenden physischen Verfassung!

Gelehrige Grüße,

Frau Oelmann

1. Runde 2016

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s